Digitale Edition 

Digitale Aufbereitung & Transmedialisierung

Der beste Weg, die Ergebnisse des Gesamtprojekts (Teilprojekte A & B) vorzustellen, ist ihre digitale Aufbereitung. Damit befassen sich die MitarbeiterInnen des Teilprojekts C, Georg Vogeler und Carina Koch. Die Digitalisierung bringt nicht nur visuelle Vorteile: Sie bietet eine breite Palette an neuartigen, computergestützten Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten.

Die digitale Edition wird nach aktuellen Standards in Hinblick auf die Evaluationskriterien des Instituts für Dokumentologie und Editorik (IDE), der Porta Historica und des „Minimum Standards for Electronic Editions” der Association for Documentary Editing umgesetzt. Durch die Transmedialisierung der digitalen Edition werden unterschiedliche Sichten auf den Text angeboten, die neben den digitalen Faksimiles und den transkribierten edierten Texten auch semantische Anreicherungen und Visualisierungen (z.B. etwa geographische Routen, Netzwerkanalysen oder topic modelling) enthalten.

Die Erstellung der digitalen Edition erfolgt in mehreren Schritten. Die Transkription des Reiseberichts und der Korrespondenzen werden nach dem TEI-P5 Richtlinien modelliert. Spezifische Kodierungsrichtlinien werden im Laufe des Projektes entwickelt und das Schema entsprechend angepasst. Die Kodierung umfasst in einem ersten Schritt allgemeine Beschreibungen (Zeilenumbrüche, Schäden, Korrekturen) und Textstrukturen (Abteilungen, Absätze, Überschriften). In weiteren Schritten werden Interpretationen der Bearbeiter (Personen und Orte, Datierungen) und forschungsrelevante Informationen (Ereignisse, Formeln) im Text systematisch ausgezeichnet. Für die Datenanreicherung werden Semantic Web-Technologien herangezogen: SKOS für Register, RDA für Personen und Werke und für die Verknüpfung der Daten international anerkannte kontrollierte Vokabularien (z.B.: GND, VIAF, geonames.org).

Auf die Modellierung und die Anreicherung bauen die geplanten inhaltlichen Erschließungsmöglichkeiten über Suchfunktionen und Visualisierungen auf. Die Forschungsdaten sowie die aufbereiteten Materialien werden im Repositorium GAMS (Geisteswissenschaftliche Asset Manage­ment System) des Zentrums für Informationsmodellierung – Austrian Centre for Digital Humanities (ZIM-ACDH) langzeitarchiviert. Das OAIS-konforme Asset Management System basiert auf der plattformunabhängigen open-source-Software FEDORA, einem nahe­zu durchgehend XML-basierten Inhaltskonzept mit Unterstützung gängiger Datenformate sowie Metadatenstandards. Die Zitierbarkeit der Daten ist ge­währleistet, da das ZIM-ACDH Teil des Handle-Netzwerkes ist und einen eigenen Handle-Server betreibt, sodass jeder Datensatz einen individuellen PID erhält und damit nach wissenschaftlichen Richtlinien zitierbar wird. GAMS ist seit 2014 mit dem Data Seal of Approval als vertrauenswürdiges Reposi­tor­ium ausgezeichnet und wird von re3data.org als Forschungsdatenrepositorium geführt. Die Wiederver­wert­bar­keit und die Kompatibilität der Forschungsdaten, der Datenmodelle und der Transformations­skripte werden durch den Einsatz international aner­kan­nter und standardisierter Datenstandards (z.B. TEI, DC, RDF, SKOS, METS) gewährleistet.

 

Beteiligte: Univ.-Prof. Dr. Georg Vogeler MA und Mag. Carina Koch MA (Christoph Würflinger MA und Anna Huemer Bakk. Komm. MA)